Wie das Rauchen Spuren in der DNA hinterlässt

und warum sie sogar an Kinder weitergegeben werden können

2/5/2026

Lange war bekannt, dass Rauchen in der Schwangerschaft das Risiko für Komplikationen beim Baby erhöht. Doch die moderne Epigenetik zeigt, dass die Folgen noch weit über die Geburt hinausreichen können - manchmal sogar bis in die nächste Generation. Wie ist das möglich ? Und was bedeutet das für werdende Eltern ?

Was die Epigenetik erklärt

Unsere Gene sind wie ein riesiges Buch mit Bauanleitungen für den Körper. Doch ob ein bestimmtes „Kapitel“ gelesen oder stillgelegt wird, entscheidet nicht allein der Text selbst, sondern auch sogenannte epigenetische Markierungen. Eine der wichtigsten davon ist die DNA-Methylierung. Dabei heften sich kleine chemische Gruppen (Methylgruppen) an die DNA und beeinflussen, ob ein Gen aktiv ist oder nicht - ohne den genetischen Code selbst zu verändern.

Diese Markierungen entstehen im Laufe des Lebens durch viele Einflüsse: 🔸 Stress 🔸 Umweltgifte 🔸 - und auch Rauchen.

Wie z.B. Rauchen die epigenetische Programmierung verändert

Beim Rauchen gelangen zahlreiche Giftstoffe in den Körper, darunter Nikotin, Teer und Schwermetalle. Studien zeigen, dass diese Substanzen die DNA - Methylierung in bestimmten Genen verändern können - insbesondere in solchen, die an Entzündungsprozessen und der Lungenentwicklung beteiligt sind. Wenn eine Frau in der Schwangerschaft raucht, können diese epigenetischen Veränderungen nicht nur ihrem eigenen Gewebe, sondern auch im sich entwickelnden Kind auftreten. Das Erstaunliche: Einige dieser Veränderungen bleiben über Jahre bestehen, selbst wenn das Kind selbst nie raucht.

Vererbte Spuren - wie Risiken weitergegeben werden können

In den letzten Jahren haben Forschungen gezeigt, dass bestimmte Methylierungsmuster sogar an die nächste Generation weitergegeben werden können. Das bedeutet: Wenn die Großmutter während ihrer Schwangerschaft rauchte, könnten epigenetische Veränderungen auch bei ihrem Enkelkind nachweisbar sein - weil die Eizellen der späteren Mutter bereits im Körper des ungeborenen Kindes angelegt werden. So entstehen „epigenetische Erinnerungen“ , die das Risiko für Krankheiten wie Asthma, Stoffwechselstörungen oder ein geringeres Geburtsgewicht in den nachfolgenden Generationen erhöhen können.

Was das für Eltern bedeutet

Die gute Nachricht: Epigenetik ist kein Schicksal in Stein gemeißelt. Auch positive Einflüsse - wie eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen und ein gesunder Lebensstil - können epigenetische Muster günstig verändern. Der Körper reagiert auf seine Umgebung, und diese Anpassungsfähigkeit kann auch Chancen bieten.

🔸 Gerade in der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit ist die Zeit der größten „epigenetischen Offenheit“. In dieser Phase werden viele Weichen gestellt - sowohl für die eigene Gesundheit als auch für die der kommenden Generation. 🔸

Fazit

Die Epigenetik zeigt eindrucksvoll, dass das, was du deinem Körper zumutest oder gönnst, nicht nur dich selbst betrifft. So kann z.B. Rauchen in der Schwangerschaft dauerhafte Spuren im Erbgut hinterlassen, die über Generationen weiterwirken können. Doch ebenso zeigt die Forschung: Es lohnt sich immer, gesunde Entscheidungen zu treffen - für dein eigenes Wohl und das deiner Familie, heute und in Zukunft.